Jürgen Schmitt hat für BW Oppau 1000 Spiele bestritten – Mit Sohn Simon will er noch in einem Team stehen
LUDWIGSHAFEN. „Ich spiele viel zu gerne Fußball, als dass ich aufhören könnte”" – ein Satz, den Jürgen Schmitt wohl jeder abnimmt. Der Mittelfeldspieler des Kreisligisten DJK Blau-WeißOppau gehört auch mit 44 Jahren noch zu den Stützen der Truppe und wurde kürzlich im Derby gegen den ASV Edigheim für sein 1000. Spiel im Trikot der Blau-Weißen geehrt.
Dabei bekam der Fan von Borussia Mönchengladbach von seinen Teamkollegen nicht nur ein Gladbach-Trikot mit der Nummer 1000 und dem Schriftzug „Schmitt”", sondern auch ein von allen Mitspielern und dem Trainer unterschriebenes Trikot von BWO. In Schmitts Jubiläumsspiel liefen die von ihm trainierten E-Junioren mit ein, wobei der Dauerbrenner seinen zehnjährigen Sohn Simon, der wie der Papa im Mittelfeld spielt, an der Hand hielt – ein bewegender Moment. „Meine Familie ist bei allen Spielen dabei”", erläutert Schmitt mit Blick auf Ehefrau Patricia und die 13 Jahre alte Tochter Julia, die Labrador Nelly zum Derby mitgebracht hat.
Am Morgen nach Spielen kommt der unverwüstliche Oppauer nach eigenen Angaben zwar schwer aus dem Bett, aber auf dem Spielfeld ist ihm sein Alter nicht anzumerken. Gegen Edigheim avancierte er zum besten Mann auf dem Platz und schoss für BWO beide Tore zum 2:2. „Ich spiele zwar seit den E-Junioren Fußball und bin seit 38 Jahren Mitglied bei den Blau-Weißen, aber ich war nie schwer verletzt, musste nie operiert werden und habe nur einmal eine Kniespiegelung vornehmen lassen müssen”", erklärt Schmitt seine gute körperliche Verfassung. Weil er auch in der Sommerpause für sich läuft und während der Saison das Training dosiert, ist er noch topfit und unverzichtbar für das Team.
So sieht es auch sein Trainer Thomas Fischer. „Jürgen ist eine absolute Säule, eine Autorität, einer der die Jungen führt, sie lobt und kritisiert. Einen Spieler wie ihn wünscht sich jeder Trainer”", sagt Fischer und das nicht nur, weil Schmitt sein Chef ist. Der betreibt mit seinem Vater zusammen eine Autowerkstatt und natürlich sind dort der Fußball und BW Oppau die Hauptthemen. „Wenn mich Thomas mal auswechselt, muss er am nächsten Tag Überstunden machen”", verdeutlicht Schmitt. Mit einem Lächeln zwar, aber der Tonfall verrät, dass sein Ehrgeiz ungebrochen ist.
Der Mittelfeldspieler, den Technik, Übersicht und ein großer Wille auszeichnen, ärgert sich noch immer maßlos über Fehlpässe, Niederlagen und Schiedsrichter-Entscheidungen. Gelbe, Gelb-Rote und Rote Karten gehören zu seiner Fußballer-Laufbahn wie der Elfmeterpunkt zum Strafraum. „Er ist ruhiger geworden, aber der Kessel steht immer noch unter Druck und der muss manchmal entweichen”", charakterisiert Fischer plakativ den Fußballer Jürgen Schmitt.
Obwohl Vereinstreue für den Fußball-Enthusiasten ganz weit oben angesiedelt ist, spielte er vom Sommer 1987 bis Dezember 1991 beim Ludwigshafener SC. „Das war eine wunderschöne Zeit, in der wir in die Landesliga aufgestiegen sind”", erinnert sich Schmitt, der damals den Spitznamen „Komet”" verpasst bekam. „Ich hatte zu Beginn meiner ersten Saison viele Tore geschossen, führt sogar die Schützenliste der Liga an und in der RHEINPFALZ war vom Kometen Schmitt zu lesen”", verdeutlicht der Oppauer, der seit der Rückkehr nie mehr den Klub wechselte. Mit BWO stieg er fünfmal aus der Bezirksklasse ab und viermal wieder auf. 14 Jahre lang fungierte er als Spielertrainer, aus Zeitgründen ist er jetzt „nur”" noch Spieler.
Wer über Jürgen Schmitt spricht, der kommt um eine Geschichte nicht herum. Seit Jahr und Tag, auch schon beim LSC, trägt der Mittelfeldspieler immer die Rückennummer 6. „Das wissen die Mitspieler, da wagt sich keiner ran”", betont er mit einem Schmunzeln. Logisch, dass auch Simon bei den E-Junioren stets die 6 trägt. Ein großes Ziel hat Jürgen Schmitt noch vor Augen: „Ich möchte einmal mit meinem Sohn zusammen in einer Mannschaft spielen.”" Das dauert noch mindestens acht Jahre. Bei Jürgen Schmitts Fitness dürfte dies das geringste Problem sein. Stellt sich nur die Frage, wer bekommt dann die Nummer 6? Datum: Donnerstag, den 6. September 2007 “”
  6. September 2007

Einen Spieler wie ihn wünscht sich jeder Trainer

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